Gemeinsam wachsen

Aktualisiert: 17. Dez 2019

Unsere Unterschiede machen uns stark.



Check-In: Bevor du mit dem Lesen startest... Nimm dir einen kurzen Moment und reflektiere das Thema dieses Beitrags. Welche Gedanken, Fragen und Erfahrungen fallen dir ein.

Mein größtes Hobby sind Trainings, Weiterbildungen und Ausbildungen.

Neues Wissen, neue Seiten und Stärken an sich selbst entdecken, neue Menschen und Skills kennenlernen. Neues Wissen mit vorhandenem Wissen und vorhandenen Erfahrungen matchen und dadurch wachsen.

Auf meinem Weg in die Selbständigkeit habe ich in den letzten 2 Jahren tolle Trainings und Ausbildungen absolviert. Ich habe meine Yogalehrer-Ausbildung abgeschlossen, mich zur Meditationslehrerin und zur Achtsamkeitstrainerin ausbilden lassen und bin TÜV zertifizierte Business-Trainerin.


Ich habe 15 Jahre als Projektmanagerin und Führungskraft in der Werbung gearbeitet. Mein Fokus waren digitale Lösungen und die Begleitung meiner Kunden in die Digitalisierung. So, call me a digital native. Trotzdem habe ich mich im letzten Jahr für die Teilnahme am Digital Leadership Programm von Google entschieden. Warum? Das digital Leadership Programm von Google vermittelt Online Marketing Skills. Viel spannender sind die Projekte, die man mit den anderen Teilnehmern entwickelt. Ein eigenes digitales Produkt, Whitepaper und Kampagnen. Der herausforderndste und dadurch lehrreichste Part des Programms sind die rein digitalen Projektteams. Die Teilnehmer sind über ganz Deutschland verteilt. Die Kommunikation und das Projekthandling funktionierten ausschließlich über digitale Tools und Kanäle.


Ich möchte mit euch einen Gedanken teilen, der mich durch all diese Ausbildungen begleitet hat.

Während jeder Ausbildung oder kurze Zeit nach der Ausbildung haben ein paar Teilnehmer – im Schnitt ¼ - 1/3 in jeder Gruppe ihren Job gekündigt und sich beruflich verändert.

Oder sie haben sich eine Auszeit genommen, um zu sich komplett neu zu orientieren.

Nach jeder Ausbildung habe ich darüber nachgedacht warum das so ist. Klar, man könnte sagen, dass die Teilnehmer in der Ausbildung ein Thema gefunden haben, dass sie interessanter finden und das sie mehr erfüllt, als ihre bisherigen Jobs. Das mag sein.

Ich denke, dass eine andere Ursache dahintersteht. Nicht alle Teilnehmer haben die Branche gewechselt und etwas komplett Neues gemacht.

In den meisten Ausbildungen und Trainings wird man ganz schön aus seiner Comfort Zone geholt. Man erlernt neue Skills und neues Wissen und darf sich direkt vor eine Gruppe stellen und das Erlernte anwenden. Also eigentlich ein Horrorszenario 😊, weil dir die anderen Teilnehmer dabei zuschauen und dich kritisieren. Aber genau das passiert in guten Ausbildungen nicht.

Eine gute Ausbildung zeichnet sich dadurch aus, dass sie einen wertschätzenden, vertrauensvollen Raum und ein offenes und stärkendes Miteinander schafft. Ein Miteinander in dem die Teilnehmer wachsen können. Sich nicht bewerten, sondern unterstützen.

Diese wertschätzende Unterstützung ist aus meiner Sicht der Grund, warum sich Teilnehmer nach den Ausbildungen neu orientieren.

Sie erfahren, wieviel Potential in ihnen steckt.

Sie erfahren, wie gut es sich anfühlt, gemeinsam durch stressige Momente zu gehen. Glaubt mir, das erste Mal vor 15 Leuten stehen und eine Yogasequenz anzuleiten, hat mir mindestens eine schlaflose Nacht beschert.

Sie lernen und wachsen ohne Angst davor Fehler zu machen und kritisiert zu werden.

In unseren Jobs herrscht meistens eine etwas andere Kultur. Im November habe ich viel über die Fehlerkultur in unseren Unternehmen gesprochen. Meist eine negativ geprägte Fehlerkultur.

Wir sehen eher die Schwächen unserer Kollegen, Kunden, Dienstleister, Vorgesetzten und Teams, als ihre Stärken. Die diversen Charaktere und Arbeitsweisen sehen wir als Schwäche. D.h. wir bewerten und kritisieren uns gegenseitig.


Die gute Nachricht: Wir können diese Haltung ändern, wenn wir wollen. Unser Gehirn ist neuroplastisch, kann sich also weiterentwickeln und verändern. Vielleicht habt ihr nach dieser Artikel Lust, euer Gehirn etwas wachsen zu lassen.


Werfen wir mal eine Blick in unsere Arbeitswelt.

Unsere Welt dreht sich sehr schnell weiter. Neue Anbieter, gesellschaftliche Entwicklungen und Bedürfnisse, neue Tools, neue Mitarbeiter, neue Kompetenzen, die gefragt sind.

Also eigentlich ist jeder Tag, wie eine Weiterbildung. Ganz schön toll oder? Wir lernen neues und müssen direkt mit dem neu gelernten, auf die Bühne. Also in Präsentationen, Meetings etc.

Warum stresst uns das im Job so sehr und in Ausbildungen und Trainings macht es Spaß? Warum sind wir am Ende eines Arbeitstages gestresst und haben das Gefühl, nichts geschafft zu haben und am Ende eines Trainingstages haben wir uns weiterentwickelt.

Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere gegenseitigen Bewertungen und Erwartungen die Ursache sind.

Neueste Studien aus der Hirnforschung belegen es sogar.

Gerald Hüther, ein sehr bekannter und geschätzter Hirnforscher, Vollblutwissenschaftler und Vorstand an der Akademie für Potentialentfaltung belegt dies sogar in seinen neuesten Studien.

Die Objektivierung, d.h. die kritischen Haltung, die wir untereinander haben, Das gegenseitige Benutzen, um unsere Ziele zu erreichen, Die gegenseitige Bewertung nimmt uns die Möglichkeit unser volles Potential auszuschöpfen und gemeinsam zu wachsen.


Denn gegenseitige Bewertung erzeugt Stress.

Wenn man einer erwachsenen Person suggeriert, dass sie nicht mehr zu der Gruppe gehört, zu der sie gerne gehören möchte oder nicht so angenommen wird, wie die Person das gerne möchte, werden im Gehirn die selben Gehirnareale aktiv, wie bei körperlichen Schmerzen. D.h. das Gehirn aktiviert bei gestörter sozialer Beziehungen, die gleichen Netzwerke, das es verwendet, um eine Beziehungsstörung im eigenen Körper festzustellen. Daher kommt der Ausspruch „Das tut weh.“

Sie stärkt die Angst davor Fehler zu machen und bewertet zu werden.

Wenn wir uns gegenseitig zum Objekt machen, findet eines nicht mehr statt und das ist gemeinsames Lernen, Wachsen und Kreation.


Wir sind übrigens auch sehr gut darin, uns selbst zum Objekt zu machen. Denk mal drüber nach.

Frohe Botschaft. Wir können das ändern.

Wenn wir unser Wissen, unsere Erfahrung mit anderen teilen, wäre das grandios. Das setzt voraus, dass wir uns und unsere Kollegen versuchen als das wahrzunehmen, was sie sind. Menschen. Gerald Hüther spricht davon, dem anderen als Subjekt zu begegnen.

Wie kriegen wir das hin?

Es bedarf eines Entschlusses. Wir müssen es wollen. Wir müssen selbst die Verantwortung für unsere Haltung übernehmen.

Ich möchte dich einladen, über diese Gedanken nachzudenken

Sogar therapeutische Untersuchungen zeigen: Es ist egal, welche Therapie man anwendet. Der Erfolg, d.h. die Weiterentwicklung, die Potentialentfaltung einer Therapie hängt von der therapeutischen Begegnung ab.

Was kannst du direkt morgen tun, um eine vertrauensvollere Umgebung in deinem Team, deiner Abteilung und deiner Firma zu schaffen?


Ich hab einen Vorschlag.

  • Versuche an jedem Kollegen / Kollegin eine Stärke zu entdecken, sie anzulächeln.

  • Versuche vor anderen Kollegen, Lob über einen KollegIn auszusprechen, der gerade nicht dabei ist. Damit kannst du auch deine Kollegen anschupsen.

Und: Vielleicht kannst du den Anstoß diesem Beitrag auch mit in die Vorweihnachtszeit nehmen, in die Begegnungen, die die Vorweihnachtszeit mich sich bringt.



In diesem Sinne. „Why not change from dislike to love our jobs?“


Check-Out: Nimm dir einen kurzen Moment und reflektiere deine Learnings aus dem Blogbeitrag und überlege, welches konkrete To Do du direkt heute umsetzen kannst.

Links aus dem Beitrag:

TAM Akademie - https://trainer-akademie.de/

Gerald Hüther - https://www.gerald-huether.de/index.html


JobLoveAffair-Blog

#whynotchangefromdisliketolove

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